The Beginning

Endlich ist es soweit. Unsere sieben Sachen (oder sind es einige mehr?) sind gepackt, und alles ist organisiert. So hoffen wir es zumindest.
Nach einer kurzen Nacht – wir waren bis morgens um ein Uhr auf Trab – bringen uns Danis Eltern an den Bahnhof Bern. Der Abschied für ein halbes Jahr verursacht schon ein bisschen ein komisches Gefühl. In Zürich checken wir unsere Gepäckstücke ein, beide Taschen wiegen rund 20 kg. Das Check-in haben wir schon zu Hause übers Internet erledigt, so dass unsere Sitze bereits reserviert sind. Mittags um Viertel nach zwölf hebt unser Flieger der Singapore Airlines ab. Goodbye Switzerland!

Welcome to Singapore

Wir haben während des rund zwölfstündigen Fluges kein Auge zugetan. Und trotzdem verging die Zeit buchstäblich wie im Fluge – Entertainment-System sei Dank!
Morgens um halb sieben landen wir in Singapur. Wir haben ein Stopover-Arrangement gebucht, so dass unter anderem unser Transfer zum Hotel Orchard organisiert ist. Leider ist unser Hotelzimmer erst ab elf Uhr verfügbar. Deshalb schnuppern wir halt etwas asiatische Luft. Singapur erscheint mir weit weniger hektisch als Bangkok. Auch die Leute sind viel freundlicher. Trotz typischer Grossstadt gibt es viel Grün in Form von beispielsweise Palmen und wunderschönen Blumen. Nachdem wir unser Hotelzimmer, welches übrigens recht schön ist, bezogen haben, gehts wieder auf Wanderschaft. D.h. eigentlich nehmen wir den Bus. Denn mit dem Stopover-Angebot haben wir auch eine Vielzahl von Gutscheinen, unter anderem für den Hop-on-/Hop-off-Bus, erhalten. Wir gönnen uns eine Fluss-Bootsfahrt, auf welcher wir die riesigen Gebäude von vorwiegend Banken und sonstigen Finanzinstituten bewundern können. Dann gehts weiter in den botanischen Garten. Er ist ein wunderschöner Ort der Ruhe und Erholung inmitten der Grossstadt. Die Pflanzen jeglicher Art sind wunderschön. An uns fliegt ein grosser schwarz-blauer Schmetterling vorbei, landet direkt vor unseren Füssen und posiert so als Fotomodell. Ich habe mich auf jeden Fall bei ihm bedankt. Auch gleich vor unserer Nase schwingt sich ein Eichhörnchen von einem Baum zum nächsten – rund 2,5 Meter. Ich habe nicht gewusst, dass die so sprunghaft sind! Weiter besuchen wir den Orchideen-Garten, in welchem wir aus dem Staunen nicht heraus kommen. Am Abend begeben wir uns auf Nahrungssuche und müssen feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist. Überall bilden sich lange Schlangen vor den Restaurants. Schliesslich begnügen wir uns mit einer Pizza. Na ja, nicht gerade typisch asiatisch, aber geschmeckt hat sie trotzdem. Todmüde fallen wir um zehn ins Bett.

Mühsamer Jetlag

Obwohl wir uns gestern Abend kaum mehr auf den Beinen halten konnten, schliesslich waren wir 31 Stunden ohne Schlaf, erwachen wir morgens um eins und sind putzmunter. Die Zeitverschiebung von sieben Stunden macht sich bemerkbar. Erst um vier können wir wieder richtig einschlafen. Und als wir erwachen ist…mittags um ein Uhr! Was sind wir da erschrocken! In Windeseile packen wir unsere Sachen, denn wir müssen unser Zimmer spätestens um zwei Uhr abgeben. Aus den zahlreichen Sehenswürdigkeiten entscheiden wir uns heute Nachmittag für den Jurong Birdpark. Dies ist ein Park, welcher auf rund 20 ha zahlreiche Vögel aus der ganzen Welt beherbergt. Wir nehmen an einer geführten Tour teil, müssen aber leider feststellen, dass die Zeit bei weitem nicht reicht, um auch nur einen Teil des Parks zu sehen. Dafür bräuchte man einen ganzen Tag. Wir gehen am Abend etwas essen – diesmal ist es schon eher Asiatisch. Um halb neun werden wir an den Flughafen gefahren und mit einer halbstündigen Verspätung hebt unser Flieger um 23.45 Uhr ab Richtung Melbourne.

Eine weitere schlaflose Nacht, aber endlich am Ziel!

Während des rund siebenstündigen Fluges nach Melbourne haben wir wiederum kaum ein Auge zugetan. Dann gehts am Mittag gleich weiter mit Virgin Blue nach Hobart, Tasmanien. Wir schnappen uns ein Taxi, welches uns zum gebuchten Motel 429 an der Sandy Bay bringt. Endlich sind wir nun am Ziel. Ich bin aufgeregt, möchte gleich auf Entdeckungstour gehen, während dem es Dani wichtiger erscheint, sich mit den zahlreichen mitgebrachten elektronischen Geräten vom GPS bis zum Notebook vertraut zu machen. Wir spazieren dann aber doch noch los und erkunden einen kleinen Teil von Hobart. Die Stadt direkt am See hat durchaus Charme, obwohl am Sonntag nicht viel los ist. Nach einem griechischen Abendessen und einem Gläschen australischem Wein beenden wir unseren ersten Tag in Down under.

Unser Blog ist online

Wieder ein wunderschöner Tag. Die Sonne scheint, und es ist sehr sehr warm, obwohl zwischendurch vom Meer her eine kühle Brise weht.
Am Morgen marschieren wir in die Stadt – von unserem Motel ist das rund eine halbe Stunde – und kaufen ein. Dani kauft sich eine neue Tasche für seine neue Digitalkamera (zu Hause hatte er sich eine Tasche im Internet bestellt, aber die war zu klein). Und wir kaufen zwei Camelbaks. Ein Camelbak ist ein Rucksack, in welchem sich ein Wasserbehälter, in unserem Falle von 3 Litern, befindet und ein Trinkschlauch befestigt ist. Dies ist sehr vorteilhaft für lange Wanderungen, wie wir sie zukünftig vorhaben. Damit kann man auf bequeme Art Trinkwasser mitnehmen und gleich noch andere Sachen einpacken. Dann gehts in ein Internet-Café. Im ersten haben wir Pech, da wir Bill Gates nicht unterstützen, sondern einen Apple dabei haben. Im zweiten klappts dann, und wir können unter anderem unseren Blog, d.h. die Einträge, veröffentlichen. Schwer bepackt gehts zurück ins Motel, wo wir uns durch zahlreiche Reisebroschüren kämpfen.
Am Abend besuchen wir eine Show der “Taiko Drum”, ein eindrückliches Trommelkonzert. Danach gönnen wir uns ein feines Nachtessen mit einer noch feineren Flasche tasmanischem Rotwein, einem Shiraz Cabernet. Auf dem Heimweg beginnts zu regnen. Hoffentlich nur für diese Nacht!

Unser Bushcamper

Heute müssen wir unseren Bushcamper abholen, welchen wir für die fünf Wochen auf Tasmanien gemietet haben. Da sich die Vermieter am Flughafen befinden, müssen wir uns irgendwie dorthin begeben. Wir fragen im Motel und haben Glück. Zehn Minuten später holt uns ein Airport-Shuttle-Bus ab, und wir bezahlen nur halb soviel wie uns ein Taxi gekostet hätte. Als wir die Formalitäten erledigt haben und unser Camper zu uns gefahren werden soll, streikt er bereits. So wird eine neue Batterie eingesetzt, und wir hoffen, dass dies die einzige Panne ist. Dann fahren wir zum Motel, holen unsere Foto- und Video-Ausrüstung und ab gehts auf den Mount Wellington. Dieser ist sozusagen der Hausberg von Hobart. Auf 1270 Meter haben wir eine wunderbare Aussicht auf einen Teil Tasmaniens. Danach machen wir uns auf zu unserer ersten Shopping-Tour, denn nun beginnt unser Camper-Leben. Das Einkaufen entpuppt sich als richtige Herausforderung. Wo ist was, gibt es Reis auch in kleineren Mengen als in 10 kg-Säcken, und warum gibt es kein Gemüse in Konservendosen? Und was um Himmelswillen kocht man, wenn man zwei Kochplatten, drei Pfannen, einen kleinen Kühlschrank, keinen Gefrierer, weder einen Backofen, noch einen Mikrowellenofen und Wasser, das nur abgekocht verwendet werden darf, zur Verfügung hat? Wir entscheiden uns für drei einfache Sachen: Spaghetti, Reis und Stocki, natürlich alles mit einer Fertigsauce. Dazu gewaschenen Salat und Fertig-Salatsauce. Am Abend stellen wir fest, dass wir noch einige Sachen vergessen haben und fahren nochmals in ein Shopping-Center, bevor wir uns ein chinesisches Abendessen gönnen. Wir haben übrigens entschieden, nochmals eine Nacht im Motel zu verbringen, damit wir uns morgen in aller Ruhe in unserem Camper einrichten können, denn morgen geht dann die Reise richtig los.

Unser erster Walk, unser erstes Känguru, unser erster Echidna

Als erstes versuchen wir unser ganzes Gepäck im Camper zu verstauen. Das ist nicht sehr einfach, da der Platz wirklich sehr beschränkt ist. Wer jetzt denkt, wir hätten so einen Riesen-Camper, der täuscht sich. Es ist ein Toyota Landcruiser mit einem Hightop, d.h. wir schlafen im Dach, und er ist eingerichtet mit Schränken, Waschbecken und Kühlschrank. Als wir dies geschafft haben, fahren wir in die Stadt. Dani hat sich für sein GPS Kartenmaterial in Sydney bestellt und es nach Hobart auf die Post schicken lassen. Nun ist es tatsächlich eingetroffen, und wir können unsere Reise beginnen.
Da das Wetter noch immer sehr gut ist, obwohl es kühler geworden ist, entscheiden wir, ein paar Tage auf Bruny Island zu verbringen. Unterwegs machen wir Halt beim Shot Tower. Dieser Turm ist 58 Meter hoch und wurde 1730 zur Herstellung von Munition erbaut. Zuoberst wird flüssiges Blei durch ein Sieb gegossen, die einzelnen Tropfen fallen im Turm nach unten und landen am Schluss in einem Wasserbehälter. In Kettering nehmen wir die Fähre, die uns in kurzer Zeit, natürlich mit unserem Camper, auf Bruny Island bringt. Bruny Island besteht eigentlich aus zwei Inseln, die durch eine Landzunge mit einander verbunden sind. Die Insel umfasst rund 300 km Küstenstrasse. Auf der Insel fahren wir gleich los und machen dann einen kurzen Stopp am Meer, um einen Apfel zu essen. Von einem ansehnlichen Segelboot paddelt ein Mann in einem kleinen Boot an Land und fragt, wie er am schnellsten zur Hauptstrasse komme. Er spricht zwar englisch, aber mit einem französischen Akzent. Also spricht Dani mit ihm französisch, und es stellt sich heraus, dass er Schweizer ist. Er ist seit 3 1/2 Jahren mit seinem Segelboot auf Reisen, wird, wenn sein Australien-Visum Ende Monat ausläuft, nach Neuseeland fahren, danach evtl. nach Polynesien – und er weiss nicht, ob er wieder nach Hause zurück kehrt, wenn überhaupt. Wir nehmen an, dass er im Lotto ein paar Franken gewonnen hat.
Wir setzen unsere Fahrt fort, stoppen ein paar Mal, um uns die wunderbare Landschaft anzuschauen und beschliessen dann, eine Wanderung zu unternehmen. In einer Info-Broschüre wird ein Gehzeit von 3 Stunden angegeben. Wir denken, dass dies reichlich übertrieben ist und starten um Viertel vor drei. Nun wird sich zeigen, ob unser intensives Fitness-Programm Früchte trägt…Der Weg ist am Anfang sehr gut, wechselt dann zu Sand, was das Gehen erschwert und schliesslich gehts bergauf und bergab. Vor einer Verzweigung haben wir die Wahl zwischen einem Bergweg und einem Weg über den Strand, der aber nur bei Ebbe möglich ist. Wie wissen wir, wie die Gezeiten hier sind? Wir wagen den Gang zum Strand. Dieser ist geradezu übersät mit Quallen, die die riesigen Wellen an Land spülen. Bald einmal sehen wir, dass das Meer noch zu hoch ist und müssen deshalb umkehren und den steileren Weg unter die Füsse nehmen. Unterwegs begegnen wir zwei jungen Frauen. Sie schwärmen von der wunderbaren Aussicht, die uns erwartet und empfehlen uns “have fun”. Das werden wir ja sehen… Zwischendurch raschelt es im Gestrüpp, und wir müssen annehmen, dass wir hier nicht die einzigen Lebewesen sind. Und auf einmal steht es dort und sieht uns mit grossen Augen an: Ein Känguru! Wir freuen uns natürlich und fotografieren und filmen es, was es ruhig über sich ergehen lässt. Nach ein paar weiteren Schritten raschelt es wieder und diesmal ist irgend so ein rundes Ding unter einem Busch: Als wir es genauer betrachten und es sich dann bewegt, sehen wir, dass es Echidna, ein Schnabeligel, ist. Einen Echidna in der Wildnis zu sehen ist wirklich Glückssache und noch dazu so ein Riesenexemplar. Den einzigen, den wir auf unserer letzten Australienreise sahen, war auf jeden Fall nur die halbe Portion von diesem hier. Mit neuer Motivation wandern wir weiter, bis wir schliesslich nach mehr als zwei Stunden das Ziel erreicht haben. Wir werden mit einer wunderbaren Aussicht auf Strände, Sanddünen, Klippen und das Meer belohnt. Dann treten wir den Rückweg an. Wir sind beide schon sehr müde. Zudem haben wir bis jetzt nur einen Apfel gegessen, welcher uns auch nicht gerade die Energie gibt, die wir jetzt bräuchten. Wir sehen, dass langsam die Ebbe einsetzt und beschliessen, diesmal den Weg über den Strand zu nehmen. Zuerst sieht es gut aus, aber als wir auf dem ersten Felsbrocken stehen, kommt schon eine Welle, und wir bekommen ein paar Spritzer ab. Dani beschliesst, die Schuhe auszuziehen und zu sehen, ob er den kurzen Weg durchs Meer gehen kann. Ich warte. Als er nach einer Weile noch nicht zurück ist, beschliesse ich, ihm zu folgen. Ich beginne meine Schuhe auszuziehen, als er wieder zurückkommt. Seine Hosen sind bis über die Knie ganz nass…eine grosse Welle hat ihn erwischt! So kehren wir halt auch diesmal wieder um und müssen den längeren Weg nehmen. Später bleiben wir wie angewurzelt stehen. Etwa zehn Meter vor uns steht auf dem Weg ein Känguru und betrachtet uns. Wir verhalten uns eine Weile still – und es sich auch. Als wir dann versuchen, uns anzuschleichen, hüpft es davon. Nach gut vier Stunden sind wir wieder bei unserem Camper angelangt. Wir sind froh, dass wir bis zu einem Zeltplatz, welcher für heute Nacht unser Ziel sein soll, nicht mehr weit fahren müssen. Wir kochen das erste Mal und verdrücken eine grosse Portion Spaghetti. Danach richten wir unser Auto für die Nacht her. Da wir (noch) keine Taschenlampe haben, verziehen wir uns bald mal ins Wageninnere. Ich bin gespannt, wie gut wir in der ersten Nacht im Camper schlafen werden…und freue mich auf den Muskelkater von morgen!

Die erste Nacht im Camper überstanden

Die erste Nacht im Camper haben wir einigermassen überstanden, obwohl es wirklich sehr eng ist. Nach unserem Frühstück, das aus Orangensaft, Müesli und Tee, resp. Kaffee besteht und einem Schwatz mit dem Zeltplatz-Nachbarn, fahren wir weiter. Unser heutiges Ziel, das nicht allzu weit weg ist, ist Adventure Bay. Wir unternehmen eine Wanderung von fast drei Stunden, wobei wir es sehr gemütlich nehmen. Auf 272 Meter über Meer beim “Fluted Cape” haben wir eine wunderschöne Aussicht auf die Klippen und das Meer. Der Abstieg gestaltet sich etwas mühsamer als der Aufstieg, da der Weg von Baumnadeln übersät und dadurch glitschig ist. Fast unten angekommen, gehen wir über grosse Steine zum Meer. Wir fragen uns, ob es hier eigentlich Seelöwen gibt. Und da sehen wir tatsächlich einen. Nur liegt dieser auf einem Stein, ist tot und stinkt fürchterlich. Wir halten es nicht allzu lange dort aus und nehmen den letzten Teil bis zu unserem Camper in Angriff. Am späteren Nachmittag sind wir bereits auf dem Campingplatz. Da ein kühler Wind weht, machen wir uns einen warmen Tee und planen unsere verbleibenden 33 Tage in Tasmanien. Es gibt so viel zu sehen, dass selbst die doch lange Zeit, die wir eingeplant haben, noch zu kurz ist. Nach dem Nachtessen gibts eine Diashow. Eine Rangerin informiert uns über die hier existierenden Tierarten. Es ist sehr interessant zu sehen, was alles so herum kriechen soll. Obwohl es schon spät ist, gönnen wir uns noch eine Dusche (1 $ für 5 Minuten!). Aah – das tut gut!

4WD am Strand

Ein Papagei schaut uns beim Morgenessen zu, drei Hühnervögel schleichen sich an und hoffen auf ein Häppchen.
Wir gehen noch etwas Proviant einkaufen, denn wir haben beschlossen, noch zwei weitere Nächte auf Bruny Island zu bleiben.
Dann machen wir einen gemütlichen Morgenspaziergang durch den Mavista Rainforest. Der Weg führt uns an einem kleinen Flüsschen durch einen Wald mit wunderbaren Farnbäumen. Auf einmal wird der Weg sehr morastig, und wir kehren deshalb um. Ich bleibe stehen und sehe, dass etwas auf meine Hand gefallen ist. Ich denke, dass es Dreck ist und versuche es abzuwischen. Aber es hält sich hartnäckig an mir fest. Es ist ein Blutegel, und Dani erlöst mich von dem fiesen Schmarotzer. So bin ich also unfreiwillig zur Blutspenderin geworden.
Als nächstes wandern wir auf den Mount Mangana, welcher auf 571 Metern liegt. Oben angekommen müssen wir jedoch feststellen, dass die versprochene schöne Aussicht durch Bäume und Büsche verdeckt wird. Der Aufstieg hat sich also nicht unbedingt gelohnt, und wir gehen wieder zurück.
Damit wir zu unserem Campingplatz bei der Cloudy Bay kommen, müssen wir eine Strecke über den Strand zurück legen. Wir schalten unser Allradgetriebe ein, denn schliesslich haben wir für solche Fälle ein solches Auto gemietet! Es klappt bestens, und auch der steile Aufstieg zum Campground gelingt gut. Schön früh sind wir dort und machen es uns mit Tee und Cookies gemütlich.
Nach dem Abendessen machen wir einen langen Waldspaziergang und hoffen auf einen schönen Sonnenuntergang. Aber die Cloudy Bay macht ihrem Namen alle Ehre, und Wolken verhüllen die Sonne.

Lighthouse und Peninsula Walk

Eigentlich wollten wir den Tag mit einem dreistündigen Walk starten. Aber der Himmel ist Wolken verhangen, und es fallen sogar ein paar Regentropfen. So packen wir unsere Sachen und fahren Richtung Westen. Unterwegs stoppen wir ein paar Mal an Scenic Lookouts und geniessen die Aussicht. Dann gehts zum Cape Bruny Lighthouse. Es ist ein sehr schöner Leuchtturm aus dem Jahre 1836. Ich liebe diese Lighthouses! Leider ist es geschlossen, und wir fahren weiter zur Labillardiere Peninsula. Nachdem wir ein Plätzchen am Jetty Beach für unseren Camper gefunden haben, entscheiden wir uns, für den fünfstündigen Rundgang über die Halbinsel. Dieser führt uns durch wunderbare Natur, durch Wälder, Wiesengebiete und an Strände. Es ist wirklich eine schöne Wanderung, auch wenn wir danach recht geschafft sind. Zudem ist es sehr heiss. Eigentlich schon komisch. Noch vor zwei Tagen haben wir gefroren und uns in dicke Jacken gehüllt, und heute schwitzen wir. Übrigens treffen wir noch eine Schlange an. Aber die macht sich schnell aus dem Staub, als sie uns kommen sieht oder hört.

Nach dem Abendessen gibts den obligaten Sonnenuntergang-Spaziergang am Strand. Aber auch heute ist ausser Wolken nicht viel zu sehen. Beim Rückweg treffen wir auf fünf Australier. Sie erkundigen sich, wie unser Walk war und laden uns zu einem Glas Wein bei ihrem Camper ein. Natürlich nehmen wir dieses Angebot gerne an. Und so sitzen wir bis nach elf bei ihnen um ein Feuerchen, plaudern, lachen und haben es einfach gemütlich. Sie kommen von Tasmanien und zwar aus den Midlands. Ein Paar besitzt eine Farm und lädt uns ein, sie zu besuchen. Wenn uns am Ende unserer Tasmanien-Reise noch Zeit bleibt, werden wir gerne bei ihnen vorbei schauen, denn wir haben sie richtig ins Herz geschlossen. Nach dem Rotwein, übrigens einem Australischen, aber keinem Tasmanischen, der ist für die Einwohner zu teuer, schlafen wir rasch ein!